
Klinkhardt & Biermann ist das Haus der Form innerhalb der KVG: ein Kunst- und Kulturverlag mit Büchern zu unterschiedlichen Epochen, zu Künstlerinnen und Künstlern und zu kulturellen Fragestellungen. Kunst erscheint hier als Weise, Geschichte und Wahrnehmung zu verdichten. Seit der Gründung gilt: Auswahl, Sorgfalt und Ausstattung statt Größe und Masse. 2021 wurde der Verlag mit dem Deutschen Verlagspreis ausgezeichnet, 2024 mit der Verlagsprämie des Freistaats Bayern.
1907 gründeten der Kunsthistoriker Georg Biermann und der Verleger Werner Klinkhardt in Leipzig die Verlagsbuchhandlung Klinkhardt & Biermann. Ab 1919 erschien dort die Reihe „Junge Kunst“: schmale, sorgfältig gemachte Bände über Künstlerinnen und Künstler, die gerade erst zu Namen wurden. Max Pechstein eröffnete die Reihe, Paula Modersohn-Becker folgte als Band 2 – zu einer Zeit, in der über Künstlerinnen kaum publiziert wurde. Später kamen Kandinsky, Feininger, Kubin, Chagall, Marie Laurencin und viele andere hinzu; bis 1933 waren es über sechzig Bände. Für den Verlag schrieben Julius Meier-Graefe, Will Grohmann, Rudolf Wittkower und Max J. Friedländer.
Zeitweise gehörte der Verlag zur Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH und zur Verlagsgruppe Random House. Ab 2010 prägte Annette von Altenbockum das Haus und führte die Reihe „Junge Kunst“ neu ein – heute mit Bänden zu Gabriele Münter, Max Pechstein, Paul Cézanne, Paul Gauguin und Pablo Picasso.Seit Februar 2026 gehört Klinkhardt & Biermann zur KVG; der Kunsthistoriker Dr. Peter Scholz übernahm die Funktion des Verlegers und wissenschaftlichen Geschäftsführers. Die Reihe „Junge Kunst“ mit ihrem Bezug zur Klassischen Moderne bleibt eine feste Größe. Das Programm reicht aber deutlich darüber hinaus: Bücher zu anderen Epochen, der Kinderbuchbereich KliMBiM, kulturpolitische Debatten und populärwissenschaftliche Zugänge.